Tulpe

Zwischen Waldspaziergang, kreativem Chaos und dem Mut, den eigenen Weg zu gehen. Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen meines Business.

Dieser Blogartikel ist mein Beitrag zur Blogparade „Hinter den Kulissen selbstständiger Frauen“ von Linda, der Leisepreneurin. Darin zeigen Selbstständige ihren echten Businessalltag. Ohne perfekte Instagram-Fassade. Ohne Hochglanz. Sondern so, wie er wirklich ist.

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Wenn ich auf Instagram ein Foto von meinem Schreibtisch posten würde, würde ich vermutlich vorher noch schnell ein paar Dinge zur Seite räumen. Nicht, weil ich etwas verstecken möchte. Sondern weil ich eigentlich Ordnung liebe. Das Lustige daran? Fünf Minuten später würde mein Schreibtisch wahrscheinlich schon wieder genauso aussehen wie vorher. Zwischen Notizzetteln, Stiften, ätherischen Ölen, Büchern und halb fertigen Ideen.

Willkommen hinter den Kulissen meines Business!

Ich bin Caro, Identitätsentdeckerin und Markenraumgestalterin. Ich begleite kluge, feinfühlige Frauen dabei, sich selbst klarer zu erkennen und ihrer Persönlichkeit eine sichtbare Form zu geben. In ihrer Botschaft, ihrer Marke und ihrem Auftreten. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel Leichtigkeit, Freude und Selbstvertrauen entstehen, wenn wir aufhören, uns kleiner zu machen und uns Schritt für Schritt erlauben, immer mehr wir selbst zu sein.

Und weil zu einem echten Business nicht nur eine klare Marke, sondern auch der Mensch dahinter gehört, nehme ich dich heute mit an meinen Arbeitsplatz, in meinen Wald und in einen Alltag, der deutlich weniger durchgetaktet ist, als es manche Produktivitätsratgeber empfehlen würden.

Ich liebe Klarheit. Aber selten führt der direkte Weg dorthin.

Mein Arbeitsplatz ist mein kleiner Creative Corner. Ein eigenes Arbeitszimmer in unserer 93 Quadratmeter Wohnung. Mit einer riesigen Arbeitsplatte, die mein Mann, gelernter Schreiner, extra für mich zugeschnitten hat. Sie in den ersten Stock zu bekommen, war ein kleines Abenteuer. Aber jede Mühe hat sich gelohnt.

Denn ich brauche Platz. Nicht nur auf dem Schreibtisch. Auch in meinem Kopf.

Deshalb stehen auf meinem Schreibtisch zwei große Bildschirme. Nicht, weil ich technikverrückt bin, sondern weil ich Zusammenhänge sehen möchte. Beim Entwickeln einer Marke liegen oft Farbwelten, Webseiten, Texte, Moodboards und Notizen gleichzeitig vor mir. Ich springe ständig zwischen Ideen hin und her, vergleiche, verschiebe, probiere aus. Und ja, meistens habe ich auch ganz viele Tabs gleichzeitig offen. Mein Denken verläuft selten geradlinig.

Natürlich träume ich trotzdem von einem Laptop. Nicht wegen des Geräts selbst, sondern wegen der Freiheit, die damit verbunden ist. Manchmal stelle ich mir vor, mitten im Wald zu arbeiten oder in einem kleinen Café mit Blick auf das bunte Treiben draußen.

Wer weiß. Vielleicht irgendwann.

Ich habe aufgehört, die perfekte Morgenroutine zu suchen.

Es gab eine Zeit, da dachte ich, erfolgreiche Menschen hätten alle dieselbe Morgenroutine.

  • Meditieren.
  • Journal schreiben.
  • Sport machen.
  • Affirmationen.
  • Gesundes Frühstück.

Ich habe vieles ausprobiert. Und fast genauso schnell wieder sein lassen. Heute weiß ich: Ich funktioniere einfach anders.

Es gibt Dinge, die fast jeden Morgen dazugehören. Mein erster Kaffee zum Beispiel. Ohne den läuft bei mir nicht viel. Wenn die Zeit es zulässt, lese ich dabei ein paar Seiten. Früher waren es Jugendromane und Fantasybücher. Heute liegen eher Bücher über Persönlichkeitsentwicklung, Human Design oder Business auf dem Tisch.

Aber darüber hinaus lasse ich meinen Tag lieber entstehen, als ihn bis ins Detail durchzuplanen.

Mein wichtigster Businesstermin findet im Wald statt.

Im Moment teile ich meine Woche noch zwischen meinem Soulbusiness und meinem Teilzeitjob als Projektleiterin in der Tourismusbranche auf. Beides mache ich im Homeoffice.

Der Freitag gehört komplett meinem Business. Und fast jeder Freitag beginnt gleich. Mit einem Spaziergang im Wald. Früher hätte ich vermutlich gedacht, dass das Zeit ist, die mir zum Arbeiten fehlt. Heute weiß ich, dass genau dort meine Arbeit beginnt.

Im Wald wird es ruhig in meinem Kopf. Gedanken sortieren sich. Impulse kommen viel leichter zu mir. Im Human Design bin ich der Energietyp Manifestorin. Viele verbinden diesen Typ mit Menschen, die jederzeit neue Ideen aus dem Ärmel schütteln und sofort ins Handeln kommen.

Meine Erfahrung ist eine andere.

Natürlich entstehen auch bei mir mitten im Gespräch manchmal spontane Gedanken. Die wirklich guten Ideen kommen aber selten auf Knopfdruck. Sie brauchen Zeit zum Reifen. Bewegung. Ruhe. Erst wenn ich loslasse, beginnt sich das Puzzle zusammenzusetzen.

Caro findet Ruhe und neue Kraft in der Verbundenheit mit dem Wald.

Das gilt übrigens nicht nur für mein eigenes Business, sondern auch für die Arbeit mit meinen Kundinnen. Ich höre aufmerksam zu, stelle Fragen und nehme wahr, was zwischen den Zeilen mitschwingt. Oft fügt sich das Gesamtbild erst etwas später zusammen. Und genau dann entstehen die Ideen und Impulse, die wirklich zu der Person passen. Nicht, weil sie besonders kreativ klingen, sondern weil sie stimmig sind. Deshalb gehört der Wald zu meinem Business. Nicht als Pause von der Arbeit, sondern als Teil meiner Arbeit.

Wenn ich wieder zurück bin, öffne ich als Erstes alle Fenster. Frische Luft gehört für mich genauso zum Arbeiten wie mein Computer. Dann starte ich Spotify, Notion und Gmail. Und mein Arbeitstag beginnt.

Spotify für die Stimmung. Notion für den Kopf.

Spotify läuft bei mir fast den ganzen Tag. Musik hilft mir, mich zu konzentrieren. Sie hebt meine Stimmung, wenn ich einen Durchhänger habe, und gibt mir Energie, wenn ich sie brauche.

Mindestens genauso wichtig ist Notion. Ich nenne es manchmal mein zweites Gehirn. Dort sammle ich Ideen, Projekte, Kontakte, Wissen und Gedanken. Ohne Notion würde ich vermutlich ständig überlegen müssen, wo ich etwas abgespeichert habe. So weiß ich: Mein Kopf darf kreativ sein. Das Organisieren übernimmt Notion.

Ich habe fast jede Produktivitätsmethode ausprobiert.

Eisenhower-Matrix. Zeitblöcke. Prioritätenlisten. Aufgaben-Batching. Ich glaube, ich habe so ziemlich jede Methode ausprobiert, die verspricht, den perfekten Arbeitstag zu organisieren. Und jedes Mal dachte ich: "Jetzt habe ich endlich das richtige System gefunden." Zwei Wochen später arbeitete ich wieder intuitiv.

Lange hielt ich das für einen Fehler. Ich dachte, ich müsste disziplinierter sein. Konsequenter. Strukturierter. Heute sehe ich das anders. Ich arbeite am besten, wenn ich meinem inneren Kompass vertraue.

Natürlich brauche ich eine grobe Struktur. Termine wollen eingehalten werden und Projekte abgeschlossen werden. Aber innerhalb dieses Rahmens spüre ich ziemlich genau, welche Aufgabe gerade meine volle Aufmerksamkeit braucht. Seit ich aufgehört habe, dagegen anzukämpfen, arbeite ich nicht nur entspannter. Ich arbeite auch besser.

Canva und KI gehören inzwischen ganz selbstverständlich dazu.

Als Designerin habe ich früher gesagt: "Canva? Brauche ich nicht." Heute sehe ich das ganz anders. Canva gehört inzwischen zu meinen liebsten Werkzeugen. Nicht, weil es professionelles Design ersetzt. Sondern weil es mir erlaubt, Ideen schnell sichtbar zu machen, Dinge auszuprobieren und kreativ zu experimentieren. Gerade in der Zusammenarbeit mit meinen Kundinnen ist das unglaublich wertvoll.

Ähnlich ging es mir mit künstlicher Intelligenz. Viele fragen sich, ob KI Kreativität ersetzt. Für mich ist genau das Gegenteil der Fall. Ideen und Gedanken entstehen bei mir oft in alle Richtungen gleichzeitig. Es ist, als würde jemand eine riesige Puzzle-Schachtel ausschütten. Überall liegen kleine Teile. Ich spüre, dass sie zusammengehören, aber das fertige Bild ist noch nicht klar erkennbar.

Wenn ich mir meinen Human Design Bodygraph anschaue, sehe ich dort einen sogenannten Split zwischen meinem Ideenfluss (definierte Krone und Ajna) und meinem Ausdruck (definierte Kehle). Ich weiß nicht, ob genau das der Grund dafür ist, aber: In meinem Kopf entstehen oft unheimlich viele Gedanken und Zusammenhänge gleichzeitig. Manchmal fällt es mir schwer, sie sofort so in Worte zu fassen, dass andere meinen Gedankengängen problemlos folgen können.

Früher hat mich das oft verunsichert. Ich hatte Angst, dass ich etwas erkläre und mein Gegenüber denkt: "Was will sie eigentlich gerade sagen?" Heute gehe ich ganz anders damit um. Ich lasse meine Gedanken einfach erst einmal fließen. Unsortiert. Roh. Ohne den Anspruch, dass sofort alles perfekt formuliert sein muss. Genau hier ist KI für mich zu einer wertvollen Sparringspartnerin geworden. Sie liefert mir nicht die Ideen. Die kommen aus mir.

Aber sie hilft mir dabei, Muster zu erkennen, Zusammenhänge sichtbar zu machen und aus meinem Gedankenstrom eine klare Struktur entstehen zu lassen. Sie sortiert, hinterfragt und bringt Ordnung hinein, ohne mir meine eigene Stimme zu nehmen. Das Schönste daran ist: Ich muss meine Kreativität nicht mehr bremsen, nur weil die Klarheit noch nicht sofort da ist.

Und ehrlich gesagt arbeite ich mit meinen Kundinnen ganz ähnlich. Auch sie bringen oft ganz viele Gedanken, Erfahrungen, Werte und Ideen mit. Anfangs fühlt sich das manchmal wie ein großes Durcheinander an. Gemeinsam sortieren wir dieses kreative Chaos, bis sich Schritt für Schritt ein klares Bild zeigt: eine Marke, die sich nicht konstruiert, sondern sich nach ihnen selbst anfühlt.

Pausen sind meine größte Baustelle.

Wenn ich ehrlich bin, fällt mir genau das am schwersten. Ich weiß, wie wichtig Pausen sind. Und trotzdem schiebe ich sie oft hinaus. Vielleicht kennst du dieses Gefühl. Du möchtest nur noch schnell diese eine Aufgabe fertig machen. Dann kommt die nächste Idee. Dann noch eine kleine Änderung. Und plötzlich ist es Abend. Dazu kommt, dass ich viele Rollen gleichzeitig lebe.

  • Ich bin Projektleiterin.
  • Ich bin Unternehmerin.
  • Ich bin Mama.
  • Ich bin Partnerin.

Und ich bin ein Mensch mit vielen Ideen und einem ziemlich großen inneren Antrieb. Pausen fühlen sich deshalb manchmal wie Luxus an. Dabei weiß ich längst, dass sie eigentlich Teil meiner Arbeit sind. Ich übe also noch. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Was dieser Blick hinter die Kulissen vielleicht wirklich zeigt

Während ich diesen Artikel geschrieben habe, ist mir etwas bewusst geworden. Von außen wirkt mein Business wahrscheinlich ziemlich ruhig. Ein paar Blogartikel. Designprojekte. Gespräche mit Kundinnen. Ein Spaziergang im Wald.

Was man nicht sieht, sind die Gedanken dahinter. Die Ideen, die erst einmal völlig ungeordnet auftauchen. Die Entwürfe, die nie veröffentlicht werden. Die Momente, in denen ich an mir zweifle. Und die Augenblicke, in denen plötzlich alles Sinn ergibt.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich Marken so liebe. Denn für mich beginnt eine Marke nicht mit einem Logo. Sie beginnt auch nicht mit einer Farbpalette oder einer Website. Sie beginnt dort, wo ein Mensch den Mut hat, sich selbst kennenzulernen. Mit all seinen Stärken, Eigenarten, Zweifeln und Träumen. Erst wenn wir uns erlauben, genau das zu zeigen, entsteht etwas, das wirklich unverwechselbar ist. Hinter jedem Business steckt ein Mensch.

Vielleicht hast du dich an der einen oder anderen Stelle in meinen Gedanken wiedergefunden. Vielleicht sieht dein Businessalltag ganz anders aus als meiner. Vielleicht brauchst du kein Notion, keine KI und auch keinen Waldspaziergang.

Und das ist völlig in Ordnung.

Ich wünsche dir, dass du deinen eigenen Weg findest. Einen, der nicht danach aussieht, wie Selbstständigkeit aussehen sollte, sondern sich danach anfühlt, wie sie für dich richtig ist. Denn ich glaube: Eine Marke berührt Menschen nicht dann, wenn sie perfekt ist. Sondern dann, wenn sie ehrlich zeigt, wer dahintersteht.

Jeder Businessalltag sieht anders aus. Und genau das macht ihn so spannend.

Vielleicht liest du, so wie ich, über den Businessalltag von Doro Benker, die Lerncoach ist und definitiv nicht zum 5-Uhr-Club gehört. Die an ihrer Selbstständigkeit vor allem die Freiheit und Flexibilität liebt.

Oder du begleitest Miriam Breuer, die ihren Business-Tag gemeinsam mit ihrem kuscheligen Begleiter und einer Runde durch den Garten beginnt. Und die, genau wie ich, immer wieder darauf achten darf, sich ausreichend Pausen zu gönnen.

Wenn du noch mehr Menschen und Marken kennenlernen und weitere ehrliche Blicke hinter die Kulissen selbstständiger Frauen werfen möchtest, dann schau unbedingt bei Lindas Blogparade vorbei. Ich wünsche dir viel Freude beim Stöbern und Entdecken!

Alles Liebe
Caro

19. Juli 2026

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